Ortsinfos Mariapfarr & Lungau Teil II Unter den Gauen des Landes Salzburg nimmt der Lungau eine Sonderstellung ein, da er der Ostabdachung der Alpen angehört. Seine Zugehörigkeit zu Salzburg ist nicht so sehr geographisch, als historisch bedingt. Im Süden, Westen und Norden ist er von hohen Gebirgen umgeben. Diese Umrahmung trägt richtigen Hochgebirgscharakter. Den Osten und Süden beherrschen die abgerundeten Formen der Berge des salzburgisch - kärntnerischen Nockgebietes mit ihren grasreichen Almregionen, die die Waldgrenze nicht wesentlich überschreiten.
Die Kernlandschaft des Lungaues ist ein zentrales Becken, das durch den 1578 m hohen Mitterberg in West-Ostrichtung in zwei Talfurchen gegliedert wird. Im Herzen dieses inneralpinen Beckens liegt auf einer Sonnenterrasse Mariapfarr, der sonnenreichste Ort Österreichs. Gesunde Luft, viele Sonnentage ohne Nebel und wenig Niederschlag (ca. 700 mm/Jahr) verhalfen dem Ort zum Prädikat "Heilklimatischer Kurort".
Bereits im 19. Jahrhundert hat ein Chronist den Lungau als das "reizende Dornröschen der österreichischen Alpentäler" bezeichnet. Die ihn umschließenden Gebirgszüge haben im Wandel der Zeit einerseits Einflüsse und Neuerungen oftmals verzögert und die wirtschaftliche Entwicklung gehemmt, andererseits jedoch viele Besonderheiten bäuerlicher und bürgerlicher Lebensformen in ihrer Ursprünglichkeit erhalten. Dank der wissenschaftlich nachgewiesenen heilenden Wirkung des Klimas ist der Lungau bei Gästen im Sommer und im Winter als Urlaubs- und Erholungsgebiet äußerst beliebt.

Die Pfarrkirche Mariapfarr wird bereits 1225 als "Sanctae Mariae in Lungauwe" als Eigentum des Domkapitels Salzburg dokumentiert. Das Mariapfarrer "Silber-Altärchen" oder "Gold-Altarl", ein spätgotischer Schreinaltar mit 106 Reliquien gilt neben dem "Gnadenbild Mariens" auf dem Hochaltar seit Jahrhunderten als Anziehungspunkt für unzählige Wallfahrer und Gäste. Es ist heute neben zahlreichen Kunstschätzen Herzstück des Pfarr- und Wallfahrtsmuseums, in dem die "Joseph Mohr Stube" an die Entstehung des Liedes "Stille Nacht, heilige Nacht" erinnert. Textdichter Joseph Mohr war von 1815 bis 1817 Coadjutor in der Pfarre Mariapfarr. Der im Jahre 1816 niedergeschriebene Text des wohl berühmtesten Weihnachtsliedes der Welt ist nachweislich in Mariapfarr entstanden .
Das Mariapfarrer "Silber-Altärchen", ein Kunstwerk von Weltrang - 148 Edelsteine zieren den spätgotischen Schreinaltar mit 106 Reliquien, den der Erbauer der Wallfahrtskirche Mariapfarr, Pfarrer Peter Grillinger, 1443 seiner Pfarrkirche als Weihegeschenk gestiftet hat. 1427/30 ließ Pfarrer Grillinger die überaus kostbare "Grillinger- Bibel" anfertigen. Sie bildet heute den größten Schatz der Bayrischen Nationalbibliothek in München.

Von ihrer schönsten, farbenprächtigsten Seite zeigt sich die Lungauer Natur im Herbst, wenn der "Altweibersommer" für mehrere Wochen viele bezaubernde Bilder in die Landschaft zeichnet, wenn sich der Sommer noch einmal aufbäumt und über der Waldgrenze der Winter mit seiner weißen Pracht sein Herannahen verkündet. In den überaus konstanten Schönwetterperioden (September/Oktober), die zu kleinen und ausgiebigen Wanderungen und Bergtouren in die Niederen Tauern einladen, erstrahlen Bergahorn, Birke und Vogelbeere in malerischen Farbtönen, ehe sie ihr Laub verlieren, um mit ihren kahlen Ästen die Last des langen, rauen Winters leichter tragen zu können.
Eingebettet in eine traumhaft schöne Gebirgslandschaft bietet der Lungau neben tiefverschneiten Hängen frische, gesunde Bergluft in über 1000 m Seehöhe. Ob Sie die schneebedeckten Berge mit Skiern entdecken, entlang romantischer Wanderwege spazieren oder auf Langlaufschiern die Täler erkunden und die Sonne genießen, Ihr Urlaub bleibt ein unvergessliches Erlebnis.
Eine Winterwanderung hat im Lungau zu jeder Tageszeit ihren Reiz. Schneekristalle glitzern in der Sonne, Bäume und Sträucher sind mit Raureif überzogen. Die klare Bergluft in märchenhafter Landschaft spendet Kraft für Körper und Seele.
Ortsinfos Mariapfarr & Lungau Teil II